Das Currykraut (Helichrysum italicum), auch Italienische Strohblume oder Immortelle genannt, ist eine ausdauernde, aromatische krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt aus dem Mittelmeerraum. Seine gelben Blüten, die ihre Farbe auch nach der Ernte und dem Trocknen behalten, liefern das ätherische Öl, das heute vor allem in Kosmetik und Aromatherapie verwendet wird. Blüten und Blätter wiederum gehören seit Jahrhunderten zur Volksmedizin von Ländern wie Italien, Spanien, Portugal sowie Bosnien und Herzegowina.

In diesen Ländern griff die Volksheilkunde bei Allergien, Erkältungen, Husten, Hautproblemen, Leber- und Gallenblasenbeschwerden, Entzündungen, Infektionen und Schlaflosigkeit auf die Pflanze zurück. Dieses Spektrum hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Labor- und Tierstudien mit ihren Extrakten und dem ätherischen Öl angeregt, die vielversprechende entzündungshemmende, antioxidative und antimikrobielle Aktivitäten beschreiben. Die wichtigste Übersichtsarbeit zur Art kommt jedoch zu dem Schluss, dass die meisten traditionellen Anwendungen wissenschaftlich noch nicht belegt sind und klinische Studien nötig sind, um die bisherigen Ergebnisse zu bestätigen.
Volkstümliche und internationale Namen des Currykrauts
Der Name Immortelle und seine Entsprechungen in anderen europäischen Sprachen spielen auf die Haltbarkeit der getrockneten Blüten an, während die Bezeichnungen mit Bezug zum Curry auf den charakteristischen Duft der Blätter zurückgehen. In Portugal ist caril die gängige Bezeichnung für Curry, was die Form erva-do-caril in der portugiesischen Liste erklärt.
- Deutsch: Currykraut, Immortelle, Italienische Strohblume.
- Englisch: Curry Plant, Everlasting, Immortelle, Italian Strawflower.
- Französisch: Hélichryse italienne, Immortelle, Plante au curry.
- Italienisch: Elicriso, Immortella, Perpetuina.
- Portugiesisch: Erva-do-caril, Imortela, Perpétua-das-areias, Sempre-viva-italiana.
- Spanisch: Hierba del curry, Inmortal, Siempreviva.
Botanische Synonyme des Currykrauts
In der botanischen Literatur erscheint das Currykraut unter mehr als einem wissenschaftlichen Namen, ein Spiegel der taxonomischen Revisionen, die die Gattung im Lauf der Zeit durchlaufen hat. Der anerkannte Name Helichrysum italicum (Roth) G. Don geht auf das von Roth beschriebene Gnaphalium italicum zurück, und das häufigste Synonym in älteren Veröffentlichungen ist Helichrysum angustifolium, das früher weit verbreitet war.
- Gnaphalium italicum Roth
- Helichrysum angustifolium
Die Form Helichrysum italicum var. italicum, die manchmal neben den Synonymen aufgeführt wird, bezeichnet in Wirklichkeit die typische Varietät der Art selbst. Phytochemische Studien nennen außerdem Unterarten wie H. italicum subsp. microphyllum, aus der Arzanol isoliert wurde. Wer diese Namen kennt, findet ältere wie neuere Forschungsarbeiten leichter und kann das Pflanzenmaterial in botanischen und pharmakologischen Studien korrekt zuordnen.
Botanische Familie: Asteraceae
Das Currykraut gehört zur Familie der Asteraceae, auch Korbblütler oder Compositae genannt, einer der größten und vielfältigsten Familien der Blütenpflanzen. Das auffälligste Merkmal der Gruppe ist der Blütenstand in Form eines Körbchens, in dem sich viele winzige Einzelblüten zu einem Gebilde vereinen, das auf den ersten Blick wie eine einzige Blüte wirkt. Zur Familie gehören wirtschaftlich, als Nahrung und als Heilpflanzen bedeutende Arten wie Kamille, Sonnenblume und Artischocke. Mit ihnen teilt das Currykraut die Blütenkörbchen und die Bildung bioaktiver Verbindungen, und wie bei ihnen ist für Menschen mit einer Allergie gegen Pflanzen dieser Gruppe dieselbe Vorsicht geboten.
Verwendete Pflanzenteile des Currykrauts
In der Volksmedizin werden vor allem Blüten und Blätter verwendet, meist getrocknet, während das durch Destillation gewonnene ätherische Öl, im Handel oft als Immortellenöl bezeichnet, wegen seiner hohen Konzentration an Wirkstoffen der äußerlichen Anwendung und der Aromatherapie vorbehalten bleibt.
- Ätherisches Öl
- Blätter
- Blüten
Ethnobotanische und traditionelle Anwendungen des Currykrauts
Die folgenden Anwendungen stammen aus der ethnobotanischen Überlieferung des Mittelmeerraums und ersetzen weder ärztliche Diagnose noch Behandlung, zumal viele von ihnen noch nicht in klinischen Studien am Menschen untersucht wurden.
- Allergien und Erkältungen, als hausgemachter Aufguss (traditionell überliefert)
- Antisepsis kleiner Verletzungen in der Volksmedizin
- Hämatome und Ekchymosen, als Kompressen
- Hautprobleme wie Ekzeme, Schuppenflechte und Akne (traditionelle Anwendung, klinisch nicht belegt)
- Husten und Bronchitis, als auswurfförderndes Mittel (traditionell überliefert)
- Kleine Wunden und leichte Verbrennungen, zur Unterstützung der Wundheilung (traditionell überliefert)
- Leichte Schlafstörungen, in der Volksmedizin des Mittelmeerraums
- Lokale Entzündungen, zur äußerlichen Anwendung
- Muskel- und Gelenkschmerzen, als Massage mit verdünntem Öl
- Verdauungs-, Leber- und Gallenblasenbeschwerden, als Aufguss (traditionell überliefert)
Therapeutische Eigenschaften des Currykrauts
Die folgenden Eigenschaften vereinen Zuschreibungen der Volksmedizin und Wirkungen, die in Labor- oder Tierstudien beobachtet wurden; keine davon entspricht einer nachgewiesenen klinischen Indikation.
- Antiallergisch (traditionell bei allergischen Beschwerden überliefert, ohne klinische Bestätigung)
- Antimikrobiell (im Labor beobachtete Aktivität gegen Bakterien wie Staphylococcus aureus, Pilze wie Candida albicans und einige Viren)
- Antioxidativ (im Labor beobachtetes Abfangen freier Radikale)
- Auswurffördernd (traditionell bei Husten mit Schleim überliefert)
- Cholagog und choleretisch (traditionell zur Anregung von Gallenproduktion und Gallenfluss überliefert)
- Entzündungshemmend (in Laborstudien und Tiermodellen beobachtete Aktivität)
- Krampflösend (traditionell zur Linderung von Krämpfen überliefert)
- Leberschützend (traditionell bei innerlicher Anwendung überliefert, ohne klinische Bestätigung)
- Lichtschützend (bei Flavonoiden in Tier- und Humanstudien beobachtete Wirkung, noch vorläufig)
- Neuroprotektiv (Zuschreibung ohne Bestätigung in klinischen Studien)
- Schleimlösend (traditionell zur Verflüssigung von Schleim überliefert)
- Schmerzlindernd (traditionell zur Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen überliefert)
- Wundheilend (traditionell bei der Versorgung kleiner Wunden überliefert)
Die entzündungshemmende Wirkung ist am besten untersucht: In experimentellen Modellen an Mäusen verringerten Extrakte aus den oberirdischen Pflanzenteilen akute und chronische Ödeme über Mechanismen, zu denen die Hemmung entzündungsfördernder Enzyme, das Abfangen freier Radikale und eine kortikoidähnliche Wirkung gehören. Diese Ergebnisse stammen jedoch aus Labor- und Tierversuchen und erlauben keine Rückschlüsse auf Wirksamkeit oder Dosierung beim Menschen.
Detailliertes phytochemisches Profil des Currykrauts
Die chemische Zusammensetzung des Currykrauts umfasst mehrere Stoffklassen, wobei die Studien die Pflanzenextrakte und das ätherische Öl meist getrennt untersuchen, da sich ihre Profile deutlich voneinander unterscheiden.
- Acetophenone
- Ätherisches Öl (Alpha-Humulen, Alpha-Pinen, Beta-Caryophyllen, Gamma-Curcumen, Nerylacetat)
- Cumarine
- Diketone (Italidione)
- Flavonoide (Apigenin, Luteolin, Quercetin, Tilirosid)
- Phenolsäuren (Kaffeesäure, Protocatechusäure)
- Phloroglucinole (Arzanol)
- Phthalide
- Terpenoide
Arzanol, ein aus der Unterart microphyllum isoliertes Phloroglucinol, zeigte in Laborversuchen entzündungshemmende und antioxidative Aktivität und hemmte in Zellkulturen außerdem HIV-1. Flavonoide, Acetophenone und Terpene werden ihrerseits mit den in der Literatur beschriebenen antimikrobiellen Aktivitäten in Verbindung gebracht. Eines der Flavonoide der Pflanze hemmte in experimentellen Studien einige Enzyme des Cytochrom-P450-Systems, ein Befund, der bei der Bewertung möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten ins Gewicht fällt.
Zubereitungsformen und Verabreichung des Currykrauts
Die Anwendungsformen des Currykrauts gliedern sich in Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung, auf die der Großteil der heutigen Verwendung entfällt, und Zubereitungen zur innerlichen Anwendung, die in einigen Ländern traditionell sind, sich aber auf wenige Sicherheitsdaten stützen.
- Ätherisches Öl (verdünnt zur äußerlichen Anwendung oder im Diffuser, nie ohne fachliche Anleitung einnehmen)
- Aufguss (Blüten und Blätter)
- Breiumschlag
- Creme oder Salbe
- Fluidextrakt (nur nach fachlicher Anleitung)
- Kompressen
- Tinktur (nur nach fachlicher Anleitung)
- Trockenextrakt (nur nach fachlicher Anleitung)
Allgemeine Hinweise zur Dosierung
Die folgenden Mengen fassen übliche Richtwerte aus Aromatherapie und Volksheilkunde zusammen und dienen nur als Ausgangspunkt für das Gespräch mit einer medizinischen Fachperson, niemals als Verschreibung.
- Anwendung bei Kindern: vor jeder Anwendung bei Kindern einen Arzt oder Phytotherapeuten zu Rate ziehen.
- Ätherisches Öl im Diffuser: 3 bis 5 Tropfen, in einem gut gelüfteten Raum und fern von Kleinkindern.
- Ätherisches Öl zur äußerlichen Anwendung: Verdünnung von 1 bis 5 % in einem fetten Trägeröl, immer nach einem Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle.
- Aufguss: die Überlieferung sieht eine kleine Menge getrockneter Blüten pro Tasse kochendes Wasser vor; da jedoch Sicherheitsdaten zur längeren innerlichen Anwendung fehlen, sollten Menge und Häufigkeit mit einer medizinischen Fachperson festgelegt werden.
- Tinktur und Extrakte: nur auf Verschreibung und unter Begleitung einer qualifizierten Fachperson, die Dosis und Dauer festlegt.
Synergie mit anderen Heilpflanzen
Muskelschmerzen und lokale Entzündungen
In der Aromatherapie wird das Currykraut häufig mit Lavendel (Lavandula angustifolia) in Massageölen kombiniert, eine Mischung, die traditionell bei Muskel- und Gelenkschmerzen sowie in der Hautpflege verwendet wird. Das Lavendelöl verleiht der Mischung einen als beruhigend geltenden Duft. Wie bei jedem ätherischen Öl müssen beide vor dem Kontakt mit der Haut in einem fetten Pflanzenöl verdünnt werden.
Hautpflege und kleine Wunden
Die Kombination von Currykraut mit Weihrauch (Boswellia carterii) und Myrrhe (Commiphora myrrha) ist in der Aromatherapie für Salben und Hautöle traditionell überliefert, besonders bei kleinen, bereits gereinigten Schnitten und oberflächlichen Verletzungen. In dieser Tradition werden die drei Pflanzen für die ihnen zugeschriebene antiseptische und regenerierende Wirkung geschätzt. Tiefe oder verschmutzte Wunden, Wunden mit Anzeichen einer Infektion und solche, die sich nicht innerhalb weniger Tage schließen, gehören in ärztliche Hände und nicht in die Hausapotheke.
Atemwege
Bei Atemwegsbeschwerden kombiniert die Überlieferung das Currykraut mit Eukalyptus (Eucalyptus globulus) oder Teebaum (Melaleuca alternifolia) in Dampfinhalationen, die traditionell bei verstopfter Nase, Husten und Verschleimung eingesetzt werden. Die Wahl erklärt sich aus den auswurffördernden und antimikrobiellen Eigenschaften, die diesen Ölen zugeschrieben werden. Konzentrierte Inhalationen sind für Kleinkinder nicht geeignet, und gerade Eukalyptusöl verlangt in dieser Altersgruppe besondere Vorsicht.
Rezepte und Anwendungsprotokolle des Currykrauts
Warme Kompresse bei Blutergüssen
Zutaten: 2 bis 3 Tropfen ätherisches Öl von Helichrysum italicum, 1 Esslöffel fettes Trägeröl, warmes Wasser und ein sauberes Tuch.
Zubereitung: Die Tropfen ätherisches Öl mit dem Pflanzenöl vermischen, damit sie sich nicht an einer einzigen Hautstelle konzentrieren, und die Mischung behutsam auf dem Bluterguss verteilen. Anschließend das Tuch in warmes Wasser tauchen, gut auswringen und die Stelle 10 bis 15 Minuten lang bedecken; dies mehrmals täglich wiederholen. In der aromatherapeutischen Tradition wird diese Kompresse auf blauen Flecken und geschwollenen Stellen verwendet, ohne Wirkversprechen und niemals auf verletzter Haut.
Traditioneller Aufguss für die Atemwege
Zutaten: eine kleine Menge getrocknete Blüten von Helichrysum italicum und 1 Tasse (200 ml) kochendes Wasser.
Zubereitung: Die Blüten in eine Tasse geben, mit dem kochenden Wasser übergießen, abdecken und etwa 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. In der mediterranen Tradition wird dieser Aufguss bei Husten, Bronchitis und verstopfter Nase verwendet, wegen der auswurffördernden Eigenschaften, die der Pflanze zugeschrieben werden. Da Sicherheitsdaten zur innerlichen Anwendung fehlen, sollten die Blütenmenge und die Zahl der Tassen pro Tag jedoch mit einer Fachperson festgelegt werden. Menschen mit Gallensteinen, Schwangere, Stillende und Kinder dürfen den Aufguss nicht ohne fachliche Anleitung verwenden. Vor der Anwendung eine medizinische Fachperson zu Rate ziehen.
Massageöl mit Currykraut
Zutaten: 5 Tropfen ätherisches Öl von Helichrysum italicum und 30 ml fettes Trägeröl (Süßmandel-, Jojoba- oder Traubenkernöl).
Zubereitung: Das ätherische Öl in einer dunklen Glasflasche mit dem Pflanzenöl vermischen und vor jedem Gebrauch schütteln. Auf saubere, intakte Haut auftragen und die Bereiche mit Muskel- oder Gelenkschmerzen sanft einmassieren, da die Mischung traditionell nach körperlicher Aktivität und bei Gelenkbeschwerden verwendet wird; wer an Arthritis oder anhaltenden Schmerzen leidet, sollte die ärztliche Begleitung beibehalten. Vorher einen Test an einer kleinen Hautstelle machen und die Anwendung bei Rötung oder Juckreiz abbrechen.
Selbstgemachte Salbe mit Currykraut
Zutaten: 10 Tropfen ätherisches Öl von Helichrysum italicum und 50 g neutrale Salbengrundlage, etwa eine Mischung aus Sheabutter, Bienenwachs und Kokosöl.
Zubereitung: Die Grundlage im Wasserbad schmelzen, vom Herd nehmen und, sobald sie abzukühlen beginnt, das ätherische Öl des Currykrauts gründlich einrühren. In einen sterilisierten Behälter füllen und vor dem Verschließen fest werden lassen. Die Salbe wird traditionell bei kleinen oberflächlichen Wunden, leichten Verbrennungen und Hautreizungen verwendet und dünn auf die saubere Haut aufgetragen; großflächige Verbrennungen, Verbrennungen mit Blasen oder an empfindlichen Stellen erfordern dagegen ärztliche Versorgung.
Gesichtsdampfbad mit getrockneten Blüten
Zutaten: 3 Esslöffel getrocknete Blüten von Helichrysum italicum und 1 Liter kochendes Wasser.
Zubereitung: Die Blüten in eine große Schüssel geben, das kochende Wasser darübergießen und das Gesicht in sicherem Abstand über die Schüssel neigen; den Kopf mit einem Handtuch bedecken, um den Dampf 10 bis 15 Minuten lang zurückzuhalten, und dabei ruhig atmen. Dieses Dampfbad wird traditionell zur Reinigung der Haut sowie bei Nebenhöhlenentzündung und verstopfter Nase verwendet und hinterlässt ein Gefühl der Frische. Bei Kleinkindern darf es jedoch wegen der Verbrühungsgefahr und der konzentrierten Inhalation nicht angewendet werden, ebenso wenig bei Menschen mit sehr empfindlicher Haut oder offenen Hautverletzungen.
Die oben genannten Zubereitungen folgen traditionellen Überlieferungen und ersetzen keine fachliche Beratung. Vor jeder innerlichen Anwendung sind die in diesem Artikel beschriebenen Gegenanzeigen und Wechselwirkungen zu beachten.
Begleitende Therapien
Aromatherapie
In der Aromatherapie wird das ätherische Öl von Helichrysum italicum für seinen krautigen, süßlichen Duft geschätzt, der als wohltuend und beruhigend gilt. Es wird meist im Diffuser oder verdünnt in Massagen eingesetzt, mit dem Ziel, die Entspannung zu fördern und das Empfinden von Stress und Angst zu lindern. Dieselbe Praxis nutzt das Öl in Mischungen bei Muskelschmerzen und zur Hautpflege, stets äußerlich oder inhalativ und in gut gelüfteten Räumen, ohne die Behandlung von Angststörungen oder entzündlichen Erkrankungen zu ersetzen.
Klinische Phytotherapie
In der klinischen Phytotherapie findet sich das Currykraut in standardisierten Extrakten, Kapseln und Tinkturen, die unterstützend bei entzündlichen Zuständen, Kreislaufbeschwerden und Hautproblemen eingesetzt werden, auch wenn die Datenlage beim Menschen noch dünn ist. Dosis, Darreichungsform und Dauer sollten von medizinischen Fachpersonen festgelegt werden, die den individuellen Bedarf jedes Patienten und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beurteilen, insbesondere mit Gerinnungshemmern und blutzuckersenkenden Mitteln.
Homöopathie
In der Homöopathie werden Zubereitungen aus Helichrysum italicum durch schrittweise Verdünnung der Urtinktur hergestellt und nach den Grundsätzen dieser Methode bei Blutergüssen, Verletzungen und Hautproblemen angegeben. Die Wahl des Mittels richtet sich nach den individuellen Symptomen und dem Ähnlichkeitsprinzip. Diese Indikationen folgen der eigenen Logik der Homöopathie und stützen sich nicht auf belastbare klinische Studien; die Anwendung sollte daher von einer entsprechend qualifizierten Fachperson begleitet werden und darf die ärztliche Abklärung von Verletzungen oder Schmerzen, die nicht abklingen, nicht verzögern.
Kontraindikationen und Nebenwirkungen des Currykrauts
Wichtige Sicherheitshinweise
Das Currykraut wird hauptsächlich als ätherisches Öl in Kosmetik und Aromatherapie verwendet, während die traditionelle innerliche Anwendung, die auf Leber und Gallenblase abzielt, deutlich begrenzter ist; umso unverzichtbarer sind die folgenden Vorsichtsmaßnahmen.
- Anwendung auf der Haut: eine Anwendung auf der Haut ohne ausreichende Verdünnung vermeiden, wegen des Risikos von Hautreizungen.
- Ätherisches Öl: nur zur äußerlichen Anwendung und für die Aromatherapie bestimmt und wegen der hohen Konzentration an Wirkstoffen niemals ohne Anleitung einer qualifizierten Fachperson einzunehmen.
- Gallensteine: bei Cholelithiasis (Gallensteinen) ohne ärztliche Anleitung kontraindiziert, wegen der choleretischen Wirkung.
- Kleinkinder: bei Kleinkindern nicht in konzentrierter Form zur Inhalation anwenden.
- Schwangerschaft und Stillzeit: in Schwangerschaft und Stillzeit nicht ohne fachliche Anleitung anwenden.
Allgemeine Kontraindikationen
Das Currykraut ist kontraindiziert bei bekannter Allergie gegen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) wie Margeriten, Chrysanthemen und Ambrosia. Die wissenschaftliche Literatur verzeichnet zudem mindestens einen Fall einer allergischen Reaktion auf Extrakte der Pflanze selbst, die sich als Kontaktdermatitis oder Nesselsucht äußern kann. Schwangere und Stillende dürfen die Pflanze nicht ohne fachliche Anleitung verwenden, da die Überlieferung eine mögliche emmenagoge Wirkung beschreibt, die Gebärmutterkontraktionen anregen kann. Wer Gallensteine oder einen Verschluss der Gallenwege hat, braucht wegen der choleretischen Wirkung vor jeder innerlichen Anwendung eine ärztliche Abklärung.
Häufige Nebenwirkungen
Die berichteten Nebenwirkungen sind in der Regel selten und mild, doch manche Menschen verspüren beim Trinken von Aufgüssen Übelkeit oder Magenbeschwerden, und unverdünnt aufgetragenes ätherisches Öl kann Hautreizungen oder eine Sensibilisierung auslösen. Deshalb empfiehlt sich ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle, bevor das verdünnte Öl auf größere Flächen aufgetragen wird, und bei anhaltender Rötung, Juckreiz oder Brennen sollte die Anwendung abgebrochen werden. In Laborstudien zeigte die Pflanze keine relevante Zytotoxizität oder Genotoxizität, ein Ergebnis, das Sicherheitsdaten vom Menschen nicht ersetzt.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Der Gehalt an Cumarinen hat zu der Vermutung geführt, dass das Currykraut die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Warfarin verstärken und so das Blutungsrisiko erhöhen könnte. Außerdem hemmte eines der Flavonoide der Pflanze in experimentellen Studien Enzyme des Cytochrom-P450-Systems, ein Mechanismus, der den Abbau zahlreicher Medikamente verändern kann. Der Pflanze wird zudem eine leicht blutzuckersenkende Wirkung zugeschrieben, die klinisch noch nicht bestätigt ist; wer Diabetesmedikamente einnimmt, sollte daher den Blutzucker überwachen und mit dem Arzt sprechen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor der Anwendung von Currykraut eine medizinische Fachperson konsultieren.
Kuriositäten und historische Fakten
Herkunft des Namens
Der Name Helichrysum leitet sich von den griechischen Wörtern „helios“ (Sonne) und „chrysos“ (Gold) ab, eine Anspielung auf die leuchtend gelben Blüten, die an kleine Sonnen erinnern. Das Artepitheton italicum verweist auf Italien, eines der Länder, in denen die Art heimisch ist. Namen wie Immortelle, das portugiesische imortela oder das englische everlasting gehen auf die Fähigkeit der Blüten zurück, Farbe und Form auch im getrockneten Zustand zu bewahren. Deshalb wurde die Pflanze zu einem häufigen Bestandteil von Trockensträußen und Kränzen, die mit Ewigkeit und Erinnerung verbunden werden.
Traditionelle und historische Verwendung
Verschiedene Mittelmeerkulturen griffen in der Volksmedizin bei Wunden, Verbrennungen und Atemwegsbeschwerden auf das Currykraut zurück, und Legenden erzählen, dass Soldaten es nach Schlachten verwendeten, um die Wundheilung zu unterstützen. Trotz der Namen Currykraut und curry plant, die auf den Duft der Blätter zurückgehen, wird die Pflanze in der indischen Küche nicht zur Zubereitung von Curry verwendet und ist auch nicht mit dem Curryblattbaum (Murraya koenigii) verwandt. Ihr Duft zeigt neben der an das Gewürz erinnernden Note harzige und leicht bittere Züge, die viele mit Salbei und Wermut vergleichen.
Häufig gestellte Fragen zum Currykraut
Darf das ätherische Öl des Currykrauts pur auf die Haut?
Nein, denn das ätherische Öl von Helichrysum italicum ist stark konzentriert und muss vor dem Auftragen auf die Haut immer in einem fetten Trägeröl wie Süßmandel- oder Jojobaöl verdünnt werden. Unverdünnt kann es Reizungen oder eine Sensibilisierung hervorrufen, vor allem bei empfindlicher Haut; die Verdünnung liegt meist zwischen 1 und 5 %, stets nach einem Test an einer kleinen Hautstelle.
Ist Currykraut für Schwangere und Stillende sicher?
Schwangere und Stillende dürfen das Currykraut weder als Aufguss noch als ätherisches Öl ohne fachliche Anleitung verwenden, weil die Überlieferung der Pflanze eine mögliche emmenagoge Wirkung zuschreibt, die Gebärmutterkontraktionen anregen kann. Da Sicherheitsstudien für diese Lebensphasen fehlen, muss die Entscheidung gemeinsam mit dem Arzt oder einer qualifizierten medizinischen Fachperson getroffen werden.
Wofür wird das ätherische Öl des Currykrauts vor allem verwendet?
Das ätherische Öl von Helichrysum italicum wird, stets verdünnt, in Kosmetik und Aromatherapie eingesetzt, mit traditioneller Überlieferung bei kleinen Wunden, Hämatomen und Ekchymosen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hautproblemen wie Ekzemen, Schuppenflechte und Akne. In der Aromatherapie wird es für seinen als entspannend geltenden Duft geschätzt und mit dem Ziel eingesetzt, das Empfinden von Stress und Angst zu lindern; diese Anwendungen sind jedoch noch nicht durch klinische Studien bestätigt.
Hat Currykraut Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Wechselwirkungen sind möglich, denn der Gehalt an Cumarinen lässt eine Verstärkung von Gerinnungshemmern und damit ein höheres Blutungsrisiko befürchten. Zudem hemmte eines seiner Flavonoide in experimentellen Studien Enzyme, die Medikamente abbauen. Hinzu kommt eine zugeschriebene leicht blutzuckersenkende Wirkung, die bei Menschen mit Diabetes eine Kontrolle des Blutzuckers erfordert, und wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte vor der Anwendung der Pflanze den Arzt oder Apotheker informieren.
Darf man das ätherische Öl des Currykrauts einnehmen?
Das ätherische Öl des Currykrauts ist zur äußerlichen Anwendung und für die Aromatherapie bestimmt und darf wegen der hohen Konzentration an Wirkstoffen niemals ohne Anleitung einer qualifizierten Fachperson eingenommen werden. Die traditionelle innerliche Anwendung der Pflanze erfolgt als Aufguss aus Blüten und Blättern, und auch diese auf Leber und Gallenblase ausgerichtete Verwendung sollte von einer medizinischen Fachperson begleitet werden.
Dürfen Menschen mit Gallensteinen Currykraut verwenden?
Das Currykraut ist bei Cholelithiasis (Gallensteinen) ohne ärztliche Anleitung kontraindiziert, wegen seiner choleretischen Wirkung, also der der Pflanze zugeschriebenen Anregung der Gallenbildung. Bei Gallensteinen ist diese Anregung ohne vorherige Abklärung nicht erwünscht, weshalb die innerliche Anwendung nur unter ärztlicher Begleitung erfolgen sollte.
Hinweis: Dieser Inhalt dient nur zur Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie vor der Anwendung von Heilpflanzen einen Arzt oder Phytotherapeuten, insbesondere in der Schwangerschaft, in der Stillzeit oder bei Einnahme von Medikamenten.
Referenzen und wissenschaftliche Studien
- PMC2014 Antunes Viegas D, et al. Helichrysum italicum: from traditional use to scientific data. J Ethnopharmacol. 2014.
- PMC2007 Appendino G, et al. Arzanol, an anti-inflammatory and anti-HIV-1 phloroglucinol alpha-Pyrone from Helichrysum italicum ssp. microphyllum. J Nat Prod. 2007.
- PMC2023 Furlan V, Bren U. Helichrysum italicum: From Extraction, Distillation, and Encapsulation Techniques to Beneficial Health Effects. Foods. 2023.
- PMC2001 Nostro A, et al. Effects of Helichrysum italicum extract on growth and enzymatic activity of Staphylococcus aureus. Int J Antimicrob Agents. 2001.
- PMC2007 Rosa A, et al. Evaluation of the antioxidant and cytotoxic activity of arzanol, a prenylated alpha-pyrone-phloroglucinol etherodimer from Helichrysum italicum subsp. microphyllum. Chem Biol Interact. 2007.
- PMC2002 Sala A, et al. Anti-inflammatory and antioxidant properties of Helichrysum italicum. J Pharm Pharmacol. 2002.
