Chimaphila umbellata (L.) W.P.C.Barton / Doldiges Winterlieb, im Englischen als Pipsissewa oder Prince’s Pine bekannt, ist eine kleine, ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Ericaceae (Heidekrautgewächse). Sie stammt aus trockenen Wäldern und von sandigen Böden der gesamten gemäßigten Nordhalbkugel und wird seit Langem für ihre traditionellen Anwendungen geschätzt. Die Pflanze wird bis zu 35 cm hoch und bildet einen einfachen Stängel mit immergrünen, glänzenden, gezähnten Blättern, die gegenständig oder in Quirlen angeordnet sind. Die weißen bis rosafarbenen Blüten stehen zu 4 bis 8 in einer kleinen Dolde zusammen.

Im Lauf der Geschichte wurde das Winterlieb von verschiedenen Kulturen genutzt, darunter von indigenen Völkern des Columbia-Plateaus im Nordwesten Nordamerikas, die nach ethnografischen Aufzeichnungen bei Tuberkulose Abkochungen aus der Pflanze zubereiteten. Darüber hinaus diente sie als Aroma in Süßwaren und Getränken wie Root Beer und als Teezutat. Die moderne Forschung beschreibt zunehmend das phytochemische Profil der Art und hat in Laborversuchen biologisch aktive Verbindungen gefunden, doch klinische Studien, die diese Anwendungen beim Menschen bestätigen, fehlen bislang. Da das enthaltene Arbutin im Körper Hydrochinon freisetzt, ist zudem bei der Dauer der Anwendung Vorsicht geboten.
Volkstümliche und internationale Namen des Winterliebs
Mehrere Namen der Pflanze spielen auf den Winter an, weil die Blätter das ganze Jahr über grün bleiben. Das zeigen die deutschen Bezeichnungen mit Winterlieb und Wintergrün ebenso wie das englische umbellate wintergreen, die in der folgenden Liste zusammen mit weiteren Namen aufgeführt sind.
- Deutsch: Dolden-Winterlieb, Doldiges Wintergrün, Doldiges Winterlieb.
- Englisch: pipsissewa, prince’s pine, umbellate wintergreen.
- Französisch: chimaphile à ombelles, herbe à peigne.
- Italienisch: chimafila, piroletta.
- Portugiesisch: erva-de-inverno, pinheiro-do-príncipe, pipsissewa, quimafila.
- Spanisch: pírola umbelada, quimafila.
Botanische Synonyme des Winterliebs
Im Lauf der Geschichte der Pflanzensystematik hat Chimaphila umbellata einige botanische Synonyme angesammelt. Zwar ist Chimaphila umbellata (L.) W.P.C.Barton heute der anerkannte wissenschaftliche Name, doch tauchen andere Bezeichnungen in älterer Literatur oder in abweichenden Klassifikationssystemen weiterhin auf. Diese Synonyme spiegeln taxonomische Revisionen wider, die mit dem Hinzukommen neuer Erkenntnisse vorgenommen wurden, angefangen beim Basionym selbst, Pyrola umbellata, unter dem Linné die Art in der Gattung Pyrola beschrieb.
- Chimaphila corymbosa Pursh
- Chimaphila cymosa W.P.C.Barton
- Pyrola umbellata L.
Botanische Familie: Ericaceae
Chimaphila umbellata gehört zur Familie der Ericaceae (Heidekrautgewächse), einer vielfältigen Gruppe aus Sträuchern, Bäumen und Kräutern, von denen viele für ihre Zierblüten und essbaren Früchte bekannt sind. Die Familie ist weltweit verbreitet, und ihre Arten haben sich an ein breites Spektrum von Lebensräumen angepasst, das von gemäßigten Wäldern bis in arktische und alpine Regionen reicht. Häufig ist sie an saure, nährstoffarme Böden gebunden, wo die Symbiose mit Mykorrhizapilzen den Wurzeln hilft, das Wenige aufzunehmen, was der Boden bietet.
Innerhalb der Ericaceae gehört das Winterlieb zur Tribus Pyroleae, die ältere Klassifikationen als eigene Familie führten, die Pyrolaceae (Wintergrüngewächse). Die ausdauernde Art zeichnet sich durch Mixotrophie aus, also durch die Fähigkeit, zusätzlich zur eigenen Photosynthese einen Teil des Kohlenstoffs und der Nährstoffe von Bodenpilzen zu beziehen, ein Phänomen, das Studien mit stabilen Isotopen belegt haben. Die Familie ist außerdem reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden und Gerbstoffen, die einen Großteil des pharmakologischen Interesses an vielen ihrer Arten ausmachen, darunter auch am Winterlieb.
Verwendete Pflanzenteile des Winterliebs
Die Blätter bilden die Grundlage der meisten in diesem Artikel beschriebenen Zubereitungen wie Aufgüsse und Tinkturen, doch auch die Wurzeln gehören zu den Pflanzenteilen, die die Tradition verwendet.
- Blätter
- Wurzeln
Ethnobotanische und traditionelle Anwendungen des Winterliebs
Die folgenden Punkte geben historische und volkstümliche Überlieferungen zur Anwendung der Pflanze wieder und sind nicht mit belegten Anwendungsgebieten gleichzusetzen, vor allem nicht bei schweren Erkrankungen, die stets eine ärztliche Diagnose und Begleitung erfordern.
- Abkochung, die indigene Völker des Columbia-Plateaus bei Tuberkulose einsetzten (historische Überlieferung).
- Angst und Epilepsie (volkstümliche Anwendung, ohne wissenschaftlichen Nachweis).
- Aroma für Süßwaren und Getränke wie Root Beer.
- Blasen- und Nierenbeschwerden (traditionelle Anwendung; bei Nierenerkrankungen ist die Pflanze kontraindiziert).
- Chronischer Rheumatismus (traditionelle Anwendung).
- Harn- und schweißtreibendes Mittel (traditionelle Anwendung).
- Harnwegsinfekte (traditionelle Anwendung, die keine ärztliche Abklärung ersetzt).
- Herzbeschwerden (volkstümliche Anwendung, ohne wissenschaftlichen Nachweis).
- Krämpfe (volkstümliche Anwendung).
- Wassereinlagerungen (traditionelle Anwendung).
Therapeutische Eigenschaften des Winterliebs
Die aufgeführten Eigenschaften verbinden die traditionelle Anwendung mit Ergebnissen überwiegend präklinischer Studien an Zellen und Mikroorganismen und dürfen daher nicht als belegte Behandlungsindikationen beim Menschen verstanden werden.
- Adstringierend (zieht das Gewebe zusammen, eine Wirkung, die den Gerbstoffen zugeschrieben wird)
- Antibakteriell (in vitro beobachtete Aktivität, ohne klinische Bestätigung)
- Antimykotisch (in Laborversuchen beobachtete Aktivität)
- Antioxidativ (in Laborversuchen gemessene Aktivität)
- Antiproliferativ (in Laborstudien beobachtete Aktivität, ohne klinischen Nachweis)
- Entzündungshemmend (traditionelle Anwendung und vorläufige Studien)
- Harntreibend (traditionell überlieferte Steigerung der Harnproduktion)
- Schweißtreibend (traditionell überlieferte Förderung der Schweißbildung)
Die antiproliferative Wirkung wurde an im Labor kultivierten menschlichen Brustkrebszelllinien beschrieben, und zwar über einen als Nekroptose bezeichneten Zelltodmechanismus. Dieser Befund rechtfertigt jedoch keine Anwendung der Pflanze zur Vorbeugung oder Behandlung von Krebs.
Detailliertes phytochemisches Profil des Winterliebs
Das chemische Profil des Winterliebs vereint phenolische Glykoside, Naphthochinone, Flavonoide und Triterpene. Besondere Aufmerksamkeit verdient Arbutin, das bei der Verstoffwechselung Hydrochinon freisetzt, einen Stoff, der sowohl mit der traditionellen Anwendung der Pflanze bei Harnwegsbeschwerden als auch mit den in den Kontraindikationen beschriebenen Sicherheitsbeschränkungen zusammenhängt.
- Arbutin (phenolisches Glykosid, das im Körper Hydrochinon freisetzt)
- Avicularin
- Benzohydrochinone
- Chimaphilin (für die Gattung charakteristisches Naphthochinon)
- Chinone
- Flavonoide (Quercetin, Kaempferol)
- Gerbstoffe
- Hyperosid
- Isohomoarbutin
- Methylsalicylat
- Polyphenole
- Renifolin
- Sitosterol
- Taraxerol
- Toluhydrochinon
- Triterpene
- Ursolsäure
2015 isolierten Forschende aus der Pflanze ein neues Naphthalinglykosid, das in kultivierten Zellen die durch das Protein RANKL angeregte Differenzierung von Osteoklasten hemmte. Das Ergebnis weckt zusätzliches Interesse an der Chemie der Art, bleibt aber auf das Labor beschränkt.
Zubereitungsformen und Verabreichung des Winterliebs
Die Tradition kennt verschiedene Zubereitungsformen, stets für kurze Zeiträume, und jede innere Anwendung sollte wegen des Hydrochinons, das aus dem Arbutin der Blätter freigesetzt wird, mit einer medizinischen Fachperson abgestimmt werden.
- Abkochung (Kochen der Pflanze in Wasser)
- Aufguss (Tee aus getrockneten Blättern)
- Extrakt (konzentrierte Form, meist aus dem Handel)
- Sirup
- Tinktur (Auszug in Alkohol)
Synergie mit anderen Heilpflanzen
Traditionelle Kombination für die Harnwege
In der traditionellen Pflanzenkunde wird das Winterlieb häufig mit anderen Kräutern kombiniert, die mit den Harnwegen in Verbindung gebracht werden, etwa mit der Echten Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi), dem Gemeinen Wacholder (Juniperus communis) und Buchu (Agathosma betulina). Der Überlieferung nach soll diese Kombination harntreibende und antiseptische Wirkungen bei Harnwegsbeschwerden, Blasensteinen und Wassereinlagerungen bündeln und dabei die sich ergänzenden Eigenschaften der einzelnen Pflanzen nutzen. Keine klinische Studie hat jedoch die Sicherheit oder die Wirkung dieser Mischungen beim Menschen untersucht.
Solche Kombinationen erfordern besondere Vorsicht, denn auch die Bärentraube enthält Arbutin, sodass beide Pflanzen zusammen die Hydrochinon-Belastung erhöhen, während der Wacholder eigenen Einschränkungen bei Nierenerkrankungen und in der Schwangerschaft unterliegt. Jede Mischung mit Winterlieb muss die in den Kontraindikationen genannte Begrenzung auf eine kurze Anwendungsdauer einhalten und von einer medizinischen Fachperson begleitet werden.
Rezepte und Anwendungsprotokolle des Winterliebs
Traditioneller Aufguss aus Winterliebblättern
Zutaten: getrocknete Winterliebblätter in einer mit einer medizinischen Fachperson abgestimmten Menge und 250 ml heißes Wasser.
Zubereitung: Das heiße Wasser in einer Tasse über die getrockneten Blätter gießen, abdecken und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Die traditionelle Überlieferung verbindet diesen Aufguss mit einer milden harntreibenden Wirkung und einer Unterstützung bei leichten Harnwegsbeschwerden. Menge der Blätter, Zahl der Tassen pro Tag und Dauer der Anwendung mit einer medizinischen Fachperson festlegen, wobei die Anwendung ohne fachliche Anleitung nicht länger als 1 bis 2 Wochen am Stück dauern darf. Der Geschmack ist leicht herb und lässt sich nach Wunsch mit etwas Honig oder Zitrone abmildern.
Winterlieb-Tinktur in traditioneller Anwendung
Zutaten: Winterlieb-Tinktur aus dem Handel oder von einer phytotherapeutischen Fachperson hergestellt, dazu etwas Wasser zum Verdünnen.
Zubereitung: Die Tinktur ist eine konzentrierte Form der Pflanzeninhaltsstoffe und wird in der traditionellen Anwendung meist mit etwas Wasser verdünnt eingenommen. Dosis und Häufigkeit mit einer medizinischen Fachperson festlegen, da die Konzentration je nach Hersteller schwankt und die Hydrochinon-Belastung mit Menge und Anwendungsdauer zunimmt, weshalb eine dauerhafte Einnahme bei chronischen Beschwerden ohne ärztliche Begleitung ungeeignet ist.
Die oben genannten Zubereitungen folgen traditionellen Überlieferungen und ersetzen keine fachliche Beratung. Vor jeder innerlichen Anwendung sind die in diesem Artikel beschriebenen Gegenanzeigen und Wechselwirkungen zu beachten.
Begleitende Therapien
Homöopathie
In der Homöopathie taucht Chimaphila umbellata als Mittel bei Beschwerden der Harnwege auf, das aus der frischen Pflanze hergestellt wird. Die homöopathische Materia medica bringt das Mittel mit Symptomen wie schmerzhaftem Wasserlassen, behindertem Harnfluss, einem Schweregefühl in der Blase und trübem Urin in Verbindung und nennt es bei Prostatavergrößerung und chronischer Blasenentzündung. Die Wirksamkeit der Homöopathie ist nicht durch belastbare wissenschaftliche Belege gestützt, und anhaltende Harnwegs- oder Prostatabeschwerden erfordern vor jedem ergänzenden Ansatz eine ärztliche Diagnose.
Phytotherapie
In Japan ist Winterlieb-Extrakt Bestandteil von Eviprostat, einem pflanzlichen Kombinationspräparat aus mehreren Pflanzenextrakten, das in Studien zur gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) untersucht wurde. Die veröffentlichten Ergebnisse beziehen sich auf die Mischung als Ganzes, für deren Bestandteile im Labor eine antioxidative und entzündungshemmende Aktivität beschrieben wurde, und erlauben keine Rückschlüsse auf die alleinige Anwendung der Pflanze in selbst zubereiteten Tees oder Tinkturen.
Kontraindikationen und Nebenwirkungen des Winterliebs
Kontraindikationen und Risikogruppen
Das Winterlieb oder Pipsissewa (Chimaphila umbellata) wird traditionell als Diuretikum und Harnwegstonikum verwendet, da es Arbutin/Hydrochinon enthält, und aus diesem Grund hat seine Anwendung klare Grenzen, die in der folgenden Liste zusammengefasst sind.
- Anhaltende Harnwegsbeschwerden (Schmerzen, Blut im Urin, Fieber) erfordern eine ärztliche Abklärung, nicht nur Phytotherapie.
- Kontraindiziert bei Nieren- oder Lebererkrankungen wegen der potenziellen Toxizität von Hydrochinon bei längerer Anwendung.
- Nicht bei Kindern anwenden.
- Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit anwenden.
- Ohne fachliche Anleitung nicht länger als 1-2 Wochen ununterbrochen anwenden.
Auch Menschen mit bekannter Empfindlichkeit gegenüber Pflanzen aus der Familie der Ericaceae sollten das Winterlieb meiden. Da Sicherheitsstudien an Schwangeren, Stillenden und Kindern fehlen, gilt die Empfehlung, die Pflanze in diesen Lebensphasen nicht anzuwenden, umso mehr.
Wechselwirkungen mit Arzneimitteln
Für das Winterlieb sind nur wenige Wechselwirkungen gut dokumentiert, doch die der Pflanze zugeschriebene harntreibende Wirkung rechtfertigt Vorsicht bei der Einnahme von Diuretika oder blutdrucksenkenden Medikamenten. Die Effekte können sich addieren und den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt des Körpers verändern. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor Beginn mit einer medizinischen Fachperson sprechen und dabei bedenken, dass die Kombination mit anderen arbutinreichen Pflanzen wie der Bärentraube die Hydrochinon-Belastung erhöht.
Nebenwirkungen
Bei innerer Anwendung kann das Winterlieb bei manchen Menschen leichte Magen-Darm-Beschwerden auslösen, und die äußerliche Anwendung von Zubereitungen der Pflanze kann die Haut reizen. Zu hohe Dosen steigern die Harnausscheidung, was bei bestimmten Erkrankungen problematisch sein kann. Eine längere Anwendung erhöht zudem die Hydrochinon-Belastung, weshalb bei jeder unerwünschten Reaktion die Anwendung beendet und fachlicher Rat eingeholt werden sollte.
Wann eine ärztliche Abklärung nötig ist
Anhaltende Harnwegsbeschwerden (Schmerzen, Blut im Urin, Fieber) erfordern eine ärztliche Abklärung, nicht nur Phytotherapie, denn sie können auf Infektionen hinweisen, die ein Antibiotikum brauchen, auf Steine oder auf andere Erkrankungen von Nieren und Blase. Dasselbe gilt für Menschen mit bereits diagnostizierter Nieren- oder Lebererkrankung, eine Gruppe, in der die Pflanze kontraindiziert ist und jede Selbstmedikation mit harntreibenden Kräutern unterbleiben sollte.
Kuriositäten und historische Fakten
Der Gattungsname leitet sich vom griechischen cheima (Winter) und philos (Freund) ab, eine Anspielung auf die Blätter, die in der kalten Jahreszeit grün bleiben, und derselbe Gedanke findet sich im deutschen Namen Winterlieb wieder. Der Volksname Pipsissewa wiederum wird häufig mit einem Wort aus der Sprache der Cree in Verbindung gebracht, das als „bricht in kleine Stücke“ übersetzt wird, und eine der vorgeschlagenen Erklärungen führt diese Bedeutung darauf zurück, wie die Blätter der Pflanze beim Zerdrücken zerfallen.
Zahlreiche indigene Völker Nordamerikas schätzten das Winterlieb wegen seiner medizinischen Anwendungen und griffen bei verschiedenen Beschwerden darauf zurück, darunter Rheuma. Als Aromazutat in Rezepten für Root Beer fand die Pflanze auch den Weg in die Küche, was zeigt, wie sehr ihr charakteristischer Geschmack anerkannt war.
Ökologisch ist das Winterlieb bemerkenswert, weil es teilweise mykoheterotroph lebt: Über Pilze, die mit seinen Wurzeln verbunden sind, bezieht es einen Teil des benötigten Kohlenstoffs und der Nährstoffe aus dem Boden. Ein Halbschmarotzer ist es dagegen nicht, wie mitunter behauptet wird, denn es entzieht anderen Pflanzen keine Ressourcen direkt. Untersuchungen mit stabilen Kohlenstoff- und Stickstoffisotopen an Arten der Tribus Pyroleae haben geholfen, diese Lebensweise zwischen vollständiger Photosynthese und völliger Abhängigkeit von Pilzen zu klären.
Häufig gestellte Fragen zum Winterlieb
Ist das Winterlieb für alle sicher?
Nein, denn die Pflanze ist bei Nieren- oder Lebererkrankungen wegen der potenziellen Toxizität von Hydrochinon bei längerer Anwendung kontraindiziert und darf weder in Schwangerschaft und Stillzeit noch bei Kindern angewendet werden. Auch Menschen mit einer Allergie gegen Pflanzen aus der Familie der Ericaceae sollten sie meiden, und alle anderen Erwachsenen sollten sie nur nach Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson verwenden.
Wie lange darf das Winterlieb angewendet werden?
Ohne fachliche Anleitung sollte das Winterlieb nicht länger als 1-2 Wochen ununterbrochen angewendet werden, weil das in den Blättern enthaltene Arbutin Hydrochinon freisetzt, einen Stoff mit potenzieller Toxizität bei längerer Anwendung. Bestehen die Beschwerden, wegen derer die Pflanze verwendet wurde, nach diesem Zeitraum fort, ist eine ärztliche Abklärung der richtige Weg und nicht eine Verlängerung der Einnahme.
Wofür wird das Winterlieb traditionell verwendet?
Die Überlieferung beschreibt das Winterlieb als harntreibendes Mittel und Harnwegstonikum, das bei Blasenbeschwerden, Wassereinlagerungen und Rheuma eingesetzt wurde, außerdem als Aroma für Süßwaren und Getränke. Laborstudien untersuchen die antibakterielle, antimykotische und antioxidative Aktivität seiner Inhaltsstoffe, doch diese Befunde wurden bisher nicht in klinischen Studien bestätigt.
Wie bereitet man Winterlieb-Tee zu?
Traditionell lässt man die getrockneten Blätter 10 bis 15 Minuten in heißem Wasser ziehen und seiht sie dann ab, wobei etwas Honig oder Zitrone den Geschmack abrunden kann. Die Menge der Blätter und die Zahl der Tassen pro Tag sollten mit einer medizinischen Fachperson festgelegt werden, unter Beachtung der Grenze von 1-2 Wochen ununterbrochener Anwendung.
Gibt es Wechselwirkungen des Winterliebs mit Medikamenten?
Gut dokumentierte Wechselwirkungen gibt es nur wenige, doch die der Pflanze zugeschriebene harntreibende Wirkung erfordert Vorsicht bei der Einnahme von Diuretika oder Blutdruckmedikamenten. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte vor der Anwendung eine medizinische Fachperson fragen, und die Kombination mit anderen arbutinreichen Pflanzen wie der Bärentraube erhöht die Hydrochinon-Belastung.
Ersetzt das Winterlieb die Behandlung einer Harnwegsinfektion?
Nein, und anhaltende Harnwegsbeschwerden (Schmerzen, Blut im Urin, Fieber) erfordern eine ärztliche Abklärung, nicht nur Phytotherapie. Harnwegsinfektionen können ohne angemessene Behandlung auf die Nieren übergreifen, und das Winterlieb selbst ist bei Nierenerkrankungen kontraindiziert, was eine fachliche Diagnose umso wichtiger macht.
Hinweis: Dieser Inhalt dient nur zur Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie vor der Anwendung von Heilpflanzen einen Arzt oder Phytotherapeuten, insbesondere in der Schwangerschaft, in der Stillzeit oder bei Einnahme von Medikamenten.
Referenzen und wissenschaftliche Studien
Alle 14 Zitierten Quellen Anzeigen
Peer-Reviewed Wissenschaftliche Studien (9)
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Ergänzende Lektüre (2)
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