Papaya (Carica papaya): Eigenschaften und Vorteile

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Carica papaya L. / Papaya, im Volksmund Papaya oder Melonenbaum genannt, ist eine ausdauernde, baumförmige Pflanze aus der Familie der Caricaceae. Sie stammt aus Mesoamerika, genauer gesagt aus dem Süden Mexikos und aus Mittelamerika, und wird heute wegen ihrer nahrhaften Früchte in praktisch allen tropischen Regionen der Welt angebaut. Neben ihrer herausragenden Rolle in der Ernährung nimmt die Papaya einen wichtigen Platz in der traditionellen Medizin vieler Völker ein, die Blätter, Früchte, Samen und Milchsaft (Latex) für sehr unterschiedliche Zwecke nutzen und dieses Wissen meist von Generation zu Generation weitergeben.

Papaya (Carica papaya) als botanische Illustration im enzyklopädischen Stil: ganze Pflanze mit einzelnem Stamm, großen handförmigen Blättern und ovalen bis länglichen Papayafrüchten mit orangefarbenem Fruchtfleisch und schwarzen Samen in der Mitte, vor salbeigrünem Hintergrund.
Der Melonenbaum hat meist einen einzelnen Stamm, den große, handförmig gelappte Blätter mit langen Stielen krönen, und seine Früchte wachsen direkt am Stamm.

Der Melonenbaum fällt durch sein schnelles Wachstum und seine fast ganzjährige Fruchtbildung auf. Seine großen, handförmigen Blätter enthalten ebenso wie die Frucht bioaktive Verbindungen wie das Enzym Papain, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Die moderne Forschung untersucht viele dieser traditionellen Anwendungen und hat den Nährwert der Frucht bereits bestätigt. Die meisten der Pflanze zugeschriebenen medizinischen Wirkungen beruhen jedoch noch auf Labor- und Tierstudien, weshalb Vorsicht geboten ist, wenn man aus der Tradition eine Gesundheitsempfehlung ableiten möchte.

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Volkstümliche und internationale Namen der Papaya

Da die Papaya auf mehreren Kontinenten angebaut wird, hat sie in jeder Sprache eigene Namen erhalten. Manche Sprachen unterscheiden zwischen Baum und Frucht, etwa das Portugiesische mit mamoeiro und mamão oder das Französische mit papayer und papaye. Im nordamerikanischen Englisch bezeichnet pawpaw außerdem eine ganz andere Pflanze, Asimina triloba, worauf man bei der Lektüre fremdsprachiger Texte achten sollte.

  • Deutsch: Melonenbaum, Papaya.
  • Englisch: papaw, papaya, pawpaw.
  • Französisch: papaye, papayer.
  • Italienisch: carica, papaia.
  • Portugiesisch: mamão, mamoeiro, papaia; papaeira (Portugal).
  • Spanisch: fruta bomba (Kuba), lechosa, papaya, papayón.

Botanische Synonyme der Papaya

Der anerkannte wissenschaftliche Name der Papaya lautet Carica papaya L. und geht auf Linné zurück. Im Laufe der Botanikgeschichte erhielt die Art jedoch zahlreiche weitere Bezeichnungen, die heute als Synonyme gelten. Diese Namen spiegeln die Einteilungen und Beobachtungen von Botanikern aus verschiedenen Epochen und Regionen wider, und wer sie kennt, kann die Art in wissenschaftlichen Studien, Herbarien und älteren Werken sicher bestimmen. Auch die Gattung Papaya Mill., die in einigen dieser Namen vorkommt, gilt heute als Synonym von Carica.

  • Carica bourgeaei Solms
  • Carica citriformis J.Jacq. ex Spreng.
  • Carica cubensis Solms
  • Carica hermaphrodita Blanco
  • Papaya carica Gaertn.
  • Papaya cimarrona Sint. ex Kuntze
  • Papaya citriformis (Jacq.) A. DC.
  • Papaya communis Noronha
  • Papaya edulis var. pyriformis Bojer

Botanische Familie: Caricaceae

Carica papaya gehört zur Familie der Caricaceae (Melonenbaumgewächse), die sechs Gattungen mit rund 34 Arten von Bäumen und Sträuchern umfasst. Diese Pflanzen sind vor allem in den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas verbreitet, einige wenige Arten stammen aus Afrika. Typisch für sie sind Milchsaft in den Geweben und meist große, fleischige Früchte. Unter ihnen ist die Papaya die bekannteste Art, sowohl wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung als auch wegen ihrer traditionellen medizinischen Verwendung.

Verwendete Pflanzenteile der Papaya

Die traditionelle Medizin nutzt verschiedene Teile des Melonenbaums, jedes mit eigenen Anwendungen und Vorsichtsmaßnahmen. Die reife Frucht ist ein gewöhnliches Lebensmittel, während die unreife Frucht, die Samen und der Milchsaft besondere Vorsicht erfordern, vor allem in der Schwangerschaft.

  • Blätter (frisch und getrocknet)
  • Früchte (reif und unreif)
  • Milchsaft (aus der unreifen Frucht)
  • Samen

Ethnobotanische und traditionelle Anwendungen der Papaya

Die folgenden Anwendungen stammen aus der Volksmedizin verschiedener tropischer Regionen und sind keine belegten Indikationen, weshalb keine von ihnen eine ärztliche Untersuchung oder eine konventionelle Behandlung ersetzt.

  • Allgemeines Tonikum (Schwäche)
  • Antiseptisch
  • Asthma (gerauchte Blätter, eine nicht empfehlenswerte traditionelle Praxis, da der Rauch die Atemwege reizt)
  • Bakterielle Infektionen
  • Bluthochdruck
  • Dengue-Fieber (Tee oder Saft aus den Blättern bei fieberhaften Zuständen; ersetzt keine ärztliche Versorgung)
  • Diabetes (traditionelle Überlieferung; ersetzt keine Medikamente)
  • Empfängnisverhütend und abtreibend (traditionelle Überlieferung zur unreifen Frucht und zu den Samen; gefährliche Anwendung, siehe Kontraindikationen)
  • Entzündungshemmend
  • Fieber (vor allem mit Tee oder Saft aus den Blättern)
  • Fruchtbarkeitsfördernd (traditionelle Überlieferung)
  • Hauterkrankungen (Schwielen und Warzen)
  • Linderung von Menstruationskrämpfen
  • Magen-Darm-Beschwerden (Geschwüre, Wurmbefall)
  • Magenschmerzen
  • Malaria (traditionelle Überlieferung; ersetzt keine Malariabehandlung)
  • Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Dyspepsie, Magenverstimmung)
  • Verstopfung
  • Wundheilung (traditionelle äußerliche Anwendung)
  • Wurmmittel (traditionell zum Austreiben von Darmwürmern, vor allem mit den Samen)

Therapeutische Eigenschaften der Papaya

Die folgenden Eigenschaften wurden vor allem in Labor- und Tierstudien beschrieben, fast immer mit Extrakten aus Blättern, Früchten oder Samen in Konzentrationen, die sich stark von denen beim Verzehr der Frucht unterscheiden. Klinische Studien am Menschen sind dagegen noch rar.

  • Antibakteriell (in Laborstudien beobachtete Aktivität)
  • Antioxidativ (Wirkung auf freie Radikale in Labor- und Tierversuchen)
  • Antiproliferativ (in Laborstudien beobachtete Aktivität, ohne klinischen Nachweis)
  • Antiviral (in vorläufigen Studien untersuchte Aktivität)
  • Blutzuckersenkend (in Tiermodellen beobachtete Senkung des Blutzuckers; ersetzt keine Medikamente)
  • Cholesterinsenkend (in vorläufigen Studien beobachtete Senkung des Cholesterins)
  • Entzündungshemmend (in präklinischen Studien mit Blattextrakten beschriebene Wirkung)
  • Immunmodulierend (in vorläufigen Studien untersuchte Beeinflussung des Immunsystems)
  • Kardioprotektiv (in Tierstudien vermutete Wirkung)
  • Neuroprotektiv (in experimentellen Modellen untersuchte Wirkung)
  • Verdauungsfördernd (Papain ist ein Enzym, das Eiweiße spaltet)
  • Wundheilend (traditionelle äußerliche Anwendung, in vorläufigen Studien untersucht)

Detailliertes phytochemisches Profil der Papaya

Die chemische Zusammensetzung des Melonenbaums unterscheidet sich stark zwischen den Pflanzenteilen und hängt vom Reifegrad der Frucht ab. Im Milchsaft der unreifen Frucht sind die eiweißspaltenden Enzyme Papain und Chymopapain konzentriert. Das reife Fruchtfleisch liefert dagegen Carotinoide wie Beta-Carotin und Lycopin, deren Anteil zwischen Schale und Fruchtfleisch sowie zwischen gelb- und rotfleischigen Sorten schwankt. Untersuchungen haben außerdem Benzylglucosinolat und sein Abbauprodukt Benzylisothiocyanat während der Entwicklung und Reifung der Frucht verfolgt und in Geweben der Pflanze cyanogene Glykoside wie Prunasin nachgewiesen.

  • Alkaloide (Carpain, in den Blättern)
  • Benzylglucosinolat
  • Benzylisothiocyanat
  • Beta-Carotin
  • Carotinoide
  • Cyanogene Glykoside (Prunasin)
  • Enzyme (Chymopapain, Papain)
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe (Tannine)
  • Lutein
  • Lycopin
  • Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Mangan, Zink)
  • Phenolische Verbindungen
  • Saponine
  • Vitamine (A, C, E)

Zubereitungsformen und Verabreichung der Papaya

Die reife Frucht wird als Lebensmittel verzehrt, pur oder in Säften und Desserts, während traditionelle medizinische Zubereitungen vor allem die Blätter verwenden, innerlich oder äußerlich. Extrakte, Tinkturen und andere konzentrierte Formen sollten nur nach Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson angewendet werden, die die passende Konzentration und Anwendungsdauer für jede Person beurteilen kann.

  • Breiumschlag (Blätter, unreife Frucht)
  • Creme (mit Extrakten)
  • Fluidextrakt
  • Kompressen (mit dem Aufguss)
  • Reife Frucht (als Lebensmittel)
  • Saft (Blätter)
  • Tee oder Aufguss (frische oder getrocknete Blätter)
  • Tinktur (Blätter)
  • Trockenextrakt

Synergie mit anderen Heilpflanzen

Gesunde Verdauung

Die Kombination von Papaya (Carica papaya) mit Ingwer (Zingiber officinale) und Pfefferminze (Mentha × piperita) wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden wie Magenverstimmung, Blähungen und Übelkeit eingesetzt. In dieser Verbindung trägt das Papain der Frucht zur Aufspaltung von Eiweißen bei, während Ingwer und Pfefferminze in der Überlieferung für ihre blähungstreibenden und krampflösenden Eigenschaften bekannt sind. Das erklärt ihre gemeinsame Verwendung in volkstümlichen Quellen rund um das Wohlbefinden von Magen und Darm.

Unterstützung des Immunsystems

In der Erkältungs- und Grippezeit verbindet die Überlieferung die Papaya mit Sonnenhut (Echinacea purpurea) und Holunder (Sambucus nigra). Die Kombination vereint die Vitamine und Antioxidantien der Frucht mit den Inhaltsstoffen dieser beiden Pflanzen, deren mögliche Wirkung auf das Immunsystem untersucht wird. Sie ersetzt weder Impfungen noch ärztliche Versorgung, und Menschen mit Autoimmunerkrankungen oder unter Immunsuppressiva sollten vor der Anwendung von Sonnenhut eine medizinische Fachperson zu Rate ziehen.

Entzündungshemmende Wirkung

Die Verbindung von Papaya mit Kurkuma (Curcuma longa) oder Ingwer (Zingiber officinale) taucht in traditionellen Quellen bei Gelenk- und Muskelschmerzen sowie bei chronischen Entzündungen auf. Dabei kommen zum Papain und zu den Antioxidantien der Papaya das Curcumin der Kurkuma und die Gingerole des Ingwers hinzu, Verbindungen, deren entzündungshemmende Wirkung in experimentellen Studien untersucht wird. Da Ingwer und Kurkuma ebenfalls die Blutgerinnung beeinflussen können, sollten Menschen, die Gerinnungshemmer einnehmen, ohne fachliche Beratung auf die Kombination verzichten.

Rezepte und Anwendungsprotokolle der Papaya

Die folgenden Rezepte beschreiben traditionelle Zubereitungen, auf die Schwangere verzichten sollten. Die Mengen müssen mit einer medizinischen Fachperson festgelegt werden, da es für Blätter und Samen des Melonenbaums keine in klinischen Studien ermittelten Dosierungen gibt.

Tee aus Papayablättern (Aufguss)

Zutaten: eine kleine Menge frisches, gehacktes Papayablatt oder getrocknetes Blatt sowie Wasser.

Zubereitung: Das frische Blatt gründlich waschen oder das getrocknete verwenden, Wasser aufkochen, vom Herd nehmen und das Blatt hinzufügen. Zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, wenn das Blatt frisch ist, oder 5 bis 10 Minuten bei getrocknetem Blatt, dann abseihen und lauwarm trinken. Nach Belieben kann der Tee mit Honig gesüßt oder mit ein paar Tropfen Zitrone verfeinert werden. Blattmenge, Häufigkeit und Anwendungsdauer sollten mit einer medizinischen Fachperson festgelegt werden, denn Papayablätter sind sehr unterschiedlich groß, was haushaltsübliche Maßangaben unzuverlässig macht.

Traditionelle Anwendung: Der Tee wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden und fieberhaften Zuständen verwendet.

Saft aus Papayablättern

Zutaten: frisches Papayablatt in der von einer medizinischen Fachperson empfohlenen Menge und etwas Wasser.

Zubereitung: Das frische Blatt waschen und klein schneiden, mit dem Wasser im Mixer zu einer gleichmäßigen Masse pürieren, abseihen und sofort trinken. In manchen Kulturen wird dieser Saft traditionell bei Fieber verwendet, auch bei Dengue, wobei eine ärztliche Begleitung unverzichtbar ist, da die Krankheit mit Warnzeichen verlaufen kann, die eine sofortige Versorgung erfordern.

Papayasamen (kulinarische und traditionelle Verwendung)

Zutaten: frische oder getrocknete Papayasamen.

Zubereitung: Die Samen können frisch gekaut oder getrocknet und gemahlen zum Würzen von Salaten, Smoothies und anderen Speisen verwendet werden, stets in kleinen Mengen, denn sie schmecken scharf und können in größeren Mengen abführend wirken oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Die Überlieferung setzt sie als Wurmmittel und Verdauungshilfe ein, die medizinische Anwendung sollte jedoch von einer medizinischen Fachperson begleitet werden, und in der Schwangerschaft sind die Samen kontraindiziert.

Umschlag aus unreifer Papaya

Zutaten: geriebenes Fruchtfleisch einer unreifen Papaya.

Zubereitung: Das Fruchtfleisch einer unreifen Papaya reiben und auf Insektenstiche, kleine oberflächliche Wunden oder entzündete Hautstellen auftragen, mit sauberer Gaze abdecken und 20 bis 30 Minuten einwirken lassen. Die Überlieferung schreibt dem Papain der unreifen Frucht eine Rolle bei der Wundreinigung und der Linderung örtlicher Entzündungen zu, der Milchsaft kann jedoch die Haut reizen und allergische Reaktionen auslösen. Daher empfiehlt es sich, den Umschlag zuerst an einer kleinen Hautstelle zu testen und ihn weder bei tiefen oder infizierten Wunden noch bei Menschen mit Latexallergie anzuwenden.

Die oben genannten Zubereitungen folgen traditionellen Überlieferungen und ersetzen keine fachliche Beratung. Vor jeder innerlichen Anwendung sind die in diesem Artikel beschriebenen Gegenanzeigen und Wechselwirkungen zu beachten.

Begleitende Therapien

Homöopathie

In der Homöopathie kommt Carica papaya als Urtinktur und in potenzierten Verdünnungen wie C30 vor, die die homöopathische Tradition bei Verdauungsbeschwerden wie Magenverstimmung und Dyspepsie sowie bei Leberproblemen einsetzt. Nach Angaben von Herstellern homöopathischer Mittel wird die Tinktur aus dem milchigen Saft der unreifen Frucht gewonnen, der reich an Papain ist. Für diese Anwendungen gibt es keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis, und anhaltende Beschwerden wie ein unerklärlicher Gewichtsverlust müssen vor jedem ergänzenden Ansatz ärztlich abgeklärt werden. Die Wahl von Potenz und Dosierung obliegt einer in Homöopathie ausgebildeten Fachperson.

Ernährung und Verdauungsenzyme

Das aus dem Milchsaft der unreifen Frucht gewonnene Papain wird in der Lebensmittelindustrie als Fleischzartmacher genutzt und ist in Nahrungsergänzungsmitteln mit Verdauungsenzymen enthalten. Deren Einnahme sollte fachlich begleitet werden, vor allem bei einer Allergie gegen Latex, Papaya oder Papain selbst. In der Ernährung wird die reife Frucht als Quelle von Carotinoiden, Vitamin C und Ballaststoffen im Rahmen einer abwechslungsreichen Kost geschätzt.

Kontraindikationen und Nebenwirkungen der Papaya

Schwangerschaft, unreife Frucht, Samen und Milchsaft

Die reife Frucht des Melonenbaums ist ein gängiges und sicheres Lebensmittel, die unreife (nicht ausgereifte) Frucht, die Samen und der Milchsaft enthalten jedoch Verbindungen mit uterotonischer Wirkung, die traditionell mit einem Risiko für Fehlgeburt und Frühgeburt in Verbindung gebracht wird. Deshalb sind unreife Papaya, Samen und Milchsaft in der Schwangerschaft kontraindiziert, wegen ihrer traditionellen Verwendung als Abtreibungsmittel und wegen des Papaingehalts in einer Konzentration, die Gebärmutterkontraktionen anregen kann, während die reife Frucht in üblichen Verzehrmengen dieses Risiko nicht birgt. Eine Studie an einem Rattenmodell kam zu dem Ergebnis, dass der Milchsaft, der in unreifen und halbreifen Früchten in hoher Konzentration vorkommt, deutliche Gebärmutterkontraktionen auslöst, wohingegen der Verzehr der reifen Frucht kein nennenswertes Risiko zeigte. Tees, Säfte und Extrakte aus den Blättern sollten in Schwangerschaft und Stillzeit ebenfalls gemieden werden, ebenso die medizinische Anwendung bei Kindern, da Sicherheitsdaten fehlen.

Allergien und allgemeine Kontraindikationen

Papaya (Carica papaya) ist bei bekannter Allergie gegen die Pflanze oder einen ihrer Bestandteile, etwa Papain, kontraindiziert. Mögliche Reaktionen sind Kontaktdermatitis, Nesselsucht und in seltenen Fällen eine Anaphylaxie. Der Milchsaft kann zudem bei Menschen, die empfindlich auf Naturlatex reagieren, allergische Kontaktreaktionen auslösen (Kreuzallergie). Wer auf Handschuhe oder andere Produkte aus Naturkautschuk allergisch reagiert, sollte daher bei der Frucht und vor allem beim Milchsaft besonders vorsichtig sein.

Menschen mit Gerinnungsstörungen oder unter Gerinnungshemmern sollten vorsichtig sein, da medizinische Papayazubereitungen die Wirkung dieser Medikamente verstärken können. Wer an einer Lebererkrankung oder an Diabetes leidet, sollte medizinische Papayaprodukte nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden, da die Pflanze mit Medikamenten wechselwirken und den Blutzuckerspiegel verändern kann.

Häufige Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen der Papaya sind meist mild und selten. Möglich sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Magenreizung, vor allem beim Verzehr von Blättern oder Extrakten in hohen Dosen. Samen in großen Mengen können abführend wirken oder den Magen-Darm-Trakt belasten, und die äußerliche Anwendung von Milchsaft oder Extrakten kann bei empfindlichen Menschen Hautreizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen.

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

Papaya kann mit Gerinnungshemmern wie Warfarin interagieren und das Blutungsrisiko erhöhen. Experimentelle Studien deuten zudem darauf hin, dass Extrakte der Pflanze den Abbau anderer Arzneistoffe über das Cytochrom-P450-System beeinflussen. Wer blutzuckersenkende Medikamente gegen Diabetes einnimmt, sollte den Blutzucker aufmerksam kontrollieren, da medizinische Papayazubereitungen den Glukosewert verändern können. Vor der medizinischen Anwendung von Papaya, besonders zusammen mit anderen Medikamenten, sollte eine medizinische Fachperson befragt werden.

Kuriositäten und historische Fakten

Kolumbus und die Frucht der Engel

Christoph Kolumbus soll die Papaya, als er sie zum ersten Mal kostete, wegen ihres süßen Geschmacks und ihrer weichen Konsistenz „Frucht der Engel“ genannt haben, auch wenn die genaue Herkunft des Ausspruchs ungewiss ist. Ob wahr oder nicht, die Geschichte trug dazu bei, den positiven Eindruck zu verbreiten, den die Frucht bei den europäischen Entdeckern hinterließ.

Erster sequenzierter transgener Obstbaum

Carica papaya war der erste transgene Obstbaum, dessen Genom sequenziert wurde. Die entsprechende Arbeit erschien 2008 und stützte sich auf die Sorte ‚SunUp‘. Die gentechnische Veränderung war als Antwort auf die Verwüstungen entwickelt worden, die das Papaya-Ringfleckenvirus (PRSV) in den 1990er-Jahren auf Hawaii anrichtete. Damals wurden resistente Sorten wie ‚SunUp‘ und ‚Rainbow‘ für den Anbau zugelassen und trugen dazu bei, den Papayaanbau der Region zu retten.

Alte Verwendung in Küche und Medizin

Die indigenen Völker Mesoamerikas nutzen die Papaya seit Jahrhunderten, sowohl als Nahrung als auch in der traditionellen Medizin. Die unreife Frucht und ihr papainreicher Milchsaft dienten zum Zartmachen von Fleisch und in Hausmitteln gegen verschiedenste Leiden, eine Praxis, die sich in vielen Kulturen bis heute gehalten hat.

Die verschiedenen Geschlechter des Melonenbaums

Papayapflanzen können drei Geschlechter aufweisen: männliche, die nur Pollen bilden, weibliche, die in der Regel nach der Bestäubung Früchte tragen, und zwittrige, deren Blüten männliche und weibliche Organe vereinen und sich selbst bestäuben können. Die meisten Erwerbsplantagen setzen auf zwittrige Pflanzen, um die Fruchtproduktion zu sichern, ohne auf männliche Exemplare angewiesen zu sein.

Häufig gestellte Fragen zur Papaya

Ist Tee aus Papayablättern für jeden sicher?

Die verfügbaren Berichte beschreiben bei Erwachsenen vor allem leichte Wirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden. Dennoch ist der Tee nicht für alle geeignet: Schwangere, Stillende, Kinder, Menschen mit einer Allergie gegen Papaya, Papain oder Latex sowie alle, die Gerinnungshemmer oder blutzuckersenkende Mittel einnehmen, sollten auf den Tee verzichten oder vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Eine fachliche Begleitung empfiehlt sich auch bei Lebererkrankungen.

Wofür wird Papayatee traditionell verwendet?

Tee aus Papayablättern wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden und fieberhaften Zuständen verwendet. Laborstudien untersuchen seine möglichen entzündungshemmenden, antioxidativen und immunmodulierenden Wirkungen. In manchen Kulturen wird er auch bei Dengue eingesetzt, um die Zahl der Blutplättchen zu erhöhen, eine Anwendung, die noch weiterer Forschung bedarf und niemals die ärztliche Begleitung ersetzt.

Wie bereitet man Tee aus Papayablättern zu?

Bei der traditionellen Zubereitung wird das gründlich gewaschene und gehackte frische Blatt oder das getrocknete Blatt mit frisch aufgekochtem Wasser übergossen und zugedeckt ziehen gelassen, beim frischen Blatt 10 bis 15 Minuten, beim getrockneten 5 bis 10 Minuten, bevor man den Tee abseiht und lauwarm trinkt. Da die Blätter sehr unterschiedlich groß sind und es keine festgelegte Dosis gibt, sollten Menge und Häufigkeit mit einer medizinischen Fachperson festgelegt werden.

Kann Tee aus Papayablättern bei Dengue helfen?

Tee und Saft aus Papayablättern werden in einigen Regionen traditionell eingesetzt, um Dengue-Symptome zu lindern. Eine 2013 veröffentlichte klinische Studie beobachtete bei Patienten, die Blattsaft erhielten, einen schnelleren Anstieg der Thrombozytenzahl. Dennoch gibt es keine schlüssigen Belege für eine Wirksamkeit als Behandlung, und Dengue erfordert immer eine ärztliche Abklärung, da die Krankheit schwere Verläufe nehmen kann.

Dürfen Schwangere Papaya essen?

Die reife Frucht gehört in üblichen Verzehrmengen zur normalen Ernährung und birgt nicht das Risiko, das mit Papaya in der Schwangerschaft in Verbindung gebracht wird. Unreife Papaya, Samen und Milchsaft sind dagegen während der Schwangerschaft kontraindiziert, wegen ihrer traditionellen Verwendung als Abtreibungsmittel und wegen des Papaingehalts in einer Konzentration, die Gebärmutterkontraktionen anregen kann. Auch Tees und Säfte aus den Blättern sollten in dieser Zeit gemieden werden.

Dürfen Menschen mit Latexallergie Papaya essen?

Menschen, die empfindlich auf Naturlatex reagieren, sollten vorsichtig sein, denn der Milchsaft des Melonenbaums kann durch Kreuzallergie allergische Kontaktreaktionen auslösen, und manche Betroffene reagieren auch auf die Frucht. Wer bereits allergisch auf Latex, Papaya oder Papain reagiert hat, sollte vor dem Verzehr der Frucht oder der Anwendung einer Zubereitung aus der Pflanze mit einer Allergologin oder einem Allergologen sprechen.

Hinweis: Dieser Inhalt dient nur zur Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie vor der Anwendung von Heilpflanzen einen Arzt oder Phytotherapeuten, insbesondere in der Schwangerschaft, in der Stillzeit oder bei Einnahme von Medikamenten.

Referenzen und wissenschaftliche Studien

16 Zitierte Quellen

Evidenzgrad: 🥇 Hoch

Basierend auf 16 zitierten Quellen (10 Peer-Reviewed, 6 Ergänzende).

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Peer-Reviewed Wissenschaftliche Studien (10)

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Ergänzende Lektüre (6)

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  2. 2007 Heywood VH, et al. Flowering Plant Families of the World. Firefly Books. 2007.
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Papaya (Carica papaya): traditionelle Anwendung von Blatt und Frucht, Papain, Inhaltsstoffe, Rezepte, Vorsicht in der Schwangerschaft und Gegenanzeigen.

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